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Wie bereite ich mein Kind auf den Kindergarten- oder Schulweg vor?

Wie bereite ich mein Kind auf den Kindergarten- oder Schulweg vor?

Wie bereite ich mein Kind auf den Kindergarten- oder Schulweg vor?

Ab ca. drei Jahren verstehen Kinder die einfachen Verkehrsregeln. Zum Beispiel, dass sie bei einer rot aufleuchtenden Ampel stehen bleiben müssen. Wirklich darauf verlassen, dass Dein Kind die Regeln einhält, kannst Du Dich allerdings noch lange nicht.

So lernt Dein Kind Verkehrsregeln

Kinder lernen vor allem durch Nachahmung. Von klein auf beobachten Sie genau, was Ihre Eltern und Geschwister tun und versuchen, dieses Verhalten nachzumachen. Es ist daher wichtig, dass Du dich selbst immer an die Verkehrsregeln hältst. Was bedeutet, dass Du möglichst immer bei einer Ampel oder einem Zebrastreifen über die Straße gehst, wenn sie in erreichbarer Nähe sind. Denn auch wenn Du nur „ausnahmsweise“ einmal einfach irgendwo über die Straße gehst, wird sich Dein Kind dies vielleicht merken.

Es ist auch gut, wenn Du Deinem Kind immer wieder erklärst, wie Du Dich richtig verhältst. An der roten Ampel kannst Du also erklären: „Wir bleiben stehen, weil die Ampel ein rotes Licht zeigt.“ Sobald die Ampel dann auf Grün umschaltet: „Und nun dürfen wir gehen, weil jetzt ein grünes Licht erscheint.“
Unterstützend gibt es auch eine Menge Kinderbücher, die sich mit dem richtigen Verhalten im Straßenverkehr beschäftigen.
Für viele Kinder ist die Route zum Kindergarten der erste regelmäßige Weg. Daher eignet er sich besonders gut, um Deinem Kind den Straßenverkehr und seine Regeln näher zu bringen.

Kinder sehen anders

Mit dem theoretischen Wissen der Verkehrsregeln ist es leider noch nicht getan. Du solltest wissen, dass Kinder viele Situationen anders erleben als Erwachsene. Aufgrund ihrer geringeren Größe können Sie beispielsweise nicht über parkende Autos, Büsche oder sonstige Hindernisse hinweg- oder vorbeisehen. Bevor sie eine Straße überqueren, müssen sie daher vorsichtig so weit vorgehen, bis sie die Fahrbahn völlig einsehen können.

Wenn sie eine Straße überqueren, sind sie aufgrund ihrer kürzeren Beine nicht so schnell wie ein Erwachsener. Sie können auch die Länge einer Ampelphase noch nicht einschätzen. Genauso wenig können Sie beurteilen, wie schnell ein herannahendes Auto auf ihrer Höhe sein wird. Da sich der Hör- und Orientierungssinn bei Kindern erst mit der Pubertät vollständig entwickelt hat, können auch Grundschüler unübersichtliche Verkehrssituationen, wie zum Beispiel Kreuzungen, schlecht überblicken. Aus diesem Grund ist es auch sehr wichtig, den Kindern einzuschärfen, wenn möglich, immer bei einer Ampel oder einem Zebrastreifen über die Straße zu gehen. An viel befahrenen Straßen helfen auch Schülerlotsen dabei, die Kinder sicher über die Straße zu bringen.

Vorbeugen hilft

Auch wenn Grundschüler noch nicht alle Verkehrssituationen beherrschen können: Experten empfehlen, die Kinder ihren Schulweg alleine bestreiten zu lassen. Und zwar schon ein bis zwei Wochen nach dem ersten Schultag. Voraussetzung hierfür ist natürlich, dass der Weg oft genug mit den Eltern zusammen geübt wurde. Lasse Dein Kind auch ruhig mal ein ganzes Stück vor Dir laufen und beobachte, wie es sich verhält. So können eventuelle falsche Verhaltensweisen noch korrigiert werden.
Überlege, welche Gefahren es außerhalb des Straßenverkehrs eventuell noch auf dem Schulweg gibt. Schärfe ihm ein, dass es nicht alleine zu Gewässern wie Seen, Bächen oder Weihern gehen darf. Das Betreten von Eisflächen ist immer verboten. Auch das Klettern auf Bäume oder Erkunden von Wäldern, Gebüschen oder Feldern sollte auf dem Schulweg ebenfalls tabu sein.

Das Erweitern des eigenständigen Aktionsradius des Kindes ist wichtig, um Selbstbewusstsein und Sicherheit zu festigen. Damit kannst Du bereits im Vorschuljahr beginnen. Lasse Dein Kind kleine Wege alleine bestreiten. Vielleicht wohnt ein Freund oder die Oma ganz in der Nähe und Dein Kind muss dafür keine oder nur eine kleine Straße überqueren.

Du kannst aber auch etwas dafür tun, dass Dein Kind im Straßenverkehr besser gesehen wird. Im Herbst und Winter ist es bei Kindergarten- oder Schulanfang oft noch dunkel. Kinder sollten daher möglichst helle Kleidung tragen. Idealerweise befinden sich darauf reflektierende, leuchtende oder blinkende Elemente. Diese können sich auch am Kindergartenrucksack oder dem Schulranzen befinden.

Mit dem Fahrrad sollten Kinder im Übrigen erst alleine am Straßenverkehr teilnehmen, wenn Sie in der vierten Klasse die Fahrradprüfung bestanden haben. Jüngere Kinder sind mit dem Bedienen des Fahrrads und der gleichzeitigen Überwachung der Verkehrssituation noch völlig überfordert.

„Gehe nie mit Fremden mit“

Dieser Satz klingt Dir bestimmt noch von Deinen eigenen Eltern in den Ohren. Die Angst, dass das eigene Kind überfallen oder entführt wird, ist heute wahrscheinlich noch größer. Obwohl die tatsächlichen Fallzahlen der Polizei belegen, dass dies glücklicherweise höchst selten passiert.

Trotzdem müssen Kinder auch auf solche Situationen, so gut wie möglich vorbereitet werden. Dem Kind sollte zwar keine Angst gemacht werden, jedoch sollte klar sein, dass es leider nicht alle Menschen gut mit ihm meinen. Daher sollte dem Kind eingeschärft werden, dass es niemals, unter keinen Umständen, mit fremden Personen mitgehen darf. Erkläre ihm, dass Versprechen wie Süßigkeiten oder das Besichtigen von Tierbabys gelogen sein können. Bestärke Dein Kind darin, dass es auch zu Erwachsenen „nein“ sagen darf. Fühlt es sich bedrängt, darf es sogar so laut schreien wie es kann und jeden sichtbaren Erwachsenen um Hilfe bitten.

Der beste Schutz vor Entführungen ist immer noch das Unterwegssein in der Gruppe. Weiterhin sollte immer der gleiche Weg gegangen werden, um ihm Notfall nachvollziehen zu können, wo das Kind unterwegs war. Ein weiterer guter Tipp ist, mit dem Kind ein Codewort zu vereinbaren, dass nur Du und Dein Kind wissen. Du kannst ihm dann erklären, dass Du niemals einen fremden Menschen zu ihm schicken würdet, der das Passwort nicht kennt.


Bild – Urheberrecht: altanaka / 123RF Stockfoto


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